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FNG - Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.

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Impressionen vom FNG-Dialog 2017: Nachhaltige Geldanlagen und Menschenrechte am 1. Juni in Berlin // 09.06.2017

Seit nunmehr sechs Jahren organisiert das FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen anlässlich der Veröffentlichung seines Marktberichts den FNG-Dialog. Die diesjährige Veranstaltung thematisierte neben den aktuellen Entwicklungen auf dem nachhaltigen Anlagemarkt das Zusammenspiel von Menschenrechten, Finanzmärkten und nachhaltigen Investments. Der FNG Dialog 2017 konnte erneut ein positives Echo verzeichnen, was zeigt, dass die Thematik Nachhaltige Geldanlagen zunehmend in den Fokus aller Stakeholder rückt. So hat beispielsweise auch der Nachrichtensender n-tv ausführlich am 1. Juni 2017 über den Boom Nachhaltiger Geldanlagen berichtet.

Der aktuelle Marktbericht zur Entwicklung Nachhaltiger Geldanlagen im deutschsprachigen Raum wurde offiziell am 1. Juni 2017 in der Berliner Kalkscheune, einem Veranstaltungsort für Green Meetings, präsentiert. Vertreter/innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Finanzbranche nahmen an der Veranstaltung teil, die dieses Jahr Nachhaltige Geldanlagen und Menschenrechte ins Zentrum rückte. Nach der Begrüßung des Publikums durch den FNG-Vorstandsvorsitzenden Volker Weber stellte die FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober die aktuellen Marktzahlen vor. In der anschließenden Keynote ging Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, auf die Wichtigkeit einer ökologisch- und sozialverantwortlichen Wirtschaftsweise von Unternehmen ein. Die Impuls-Statements sowie die abschließende Podiumsdiskussion widmeten sich dem Schwerpunktthema Menschenrechte und Nachhaltige Geldanlagen.

Nachhaltige Geldanlagen: Gestern und heute
Volker Weber wies im Rahmen seiner Begrüßung auf den Ursprung des ethischen Investments hin. Erste Aufzeichnungen diesbezüglich seien die der Quäker, die bereits im 18. und 19. Jahrhundert Investitionen in die Waffenherstellung sowie den Sklavenhandel ausschlossen. Einen weiteren Entwicklungsschub erfuhren Nachhaltige Geldanlagen durch die Divestment-Bewegung gegen die Apartheit in Südafrika in den 1970er Jahren. Heute gewinnen Nachhaltige Geldanlagen weiter an Bedeutung. Die stetig steigende Nachfrage in den vier durch das FNG vertretenen Ländern – Deutschland, Österreich, Liechtenstein und Schweiz – zeigten, dass Nachhaltige Geldanlagen ein starkes Fundament besäßen, worauf nun aufgebaut werden könne und dass sie sich ebenso einer großen Beliebtheit bei Vertreter/innen aus Politik und Wirtschaft erfreuen.

1 Volker Weber, FNG-Vorstandsvorsitzender, eröffnet den FNG-Dialog 

Nach dem kurzen historischen Abriss belegte die FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober diese positive Entwicklung für Deutschland und die DACH-Region mit aktuellen Zahlen aus dem Marktbericht 2017. Das Gesamtvolumen Nachhaltiger Geldanlagen im DACH-Raum umfasst dabei 419,5 Milliarden Euro und in Deutschland über 156,7 Milliarden Euro. Die Investmentfonds und Mandate weisen seit 2015 einen Anstieg um 18 Prozent auf, wohingegen Deutschland mit 14 Prozent zurücksteht. Die beliebteste nachhaltige Anlagestrategie innerhalb des DACH-Raumes, die einen Zuwachs von 29 Prozent verzeichnet, sei die der Ausschlüsse, gefolgt von der ESG-Integration mit einem Zuwachs von 61 Prozent und dem normbasierten Screening mit einem Plus von 87 Prozent. Der größte Gewinner sei die Anlagestrategie Engagement mit einem Zuwachs von 98 Prozent. Die in Deutschland beliebtesten Anlagestrategien sei hingegen die Integration mit einem Zuwachs von 95 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, gefolgt von den Ausschlüssen mit zusätzlichen 15 Prozent sowie dem Engagement mit einem Zuwachs von 96 Prozent.

 
2 Claudia Tober, FNG-Geschäftsführerin, präsentiert die Marktzahlen 

Dieser Themenblock wurde durch die Keynote-Sprecherin Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung und außerdem Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, abgerundet. In ihrem Plenarvortrag ging sie unter anderem auf die Wichtigkeit einer ökologisch- und sozialverantwortlichen Wirtschaftsweise von Unternehmen ein. Auf ihre Keynote folgten zahlreiche Fragen und Anregungen, was als Beweis für die Brisanz des Themas betrachtet werden kann.

 
3 Keynote: Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung

Nach einer Mittagspause wurde Michael Windfuhr, stellvertretender Direktor des Deutschen Institutes für Menschenrechte, via Skype zugeschaltet, der sich zu diesem Zeitpunkt in Genf aufhielt, sich aber eines kurzen Impulses nicht entziehen wollte. In seinem Impuls-Vortrag fasste er für die Finanzwirtschaft relevante Normen und Tools in Sachen Menschenrechten zusammen. Für Finanzunternehmen, die Menschenrechte bei ihren Finanzentscheidungen und -operationen berücksichtigen wollen, seien dabei insbesondere der Global Compact, die ILO-Kernarbeitsnormen, das Human Rights Guidance Tool for the Financial Sector der UN sowie der Corporate Human Rights Benchmark (CHRB) von Relevanz. Zu den von ihm adressierten Themen berichtet der diesjährige Marktbericht ausführlich. So werden die beiden zuletzt genannten Tools auch als Fallbeispiele im Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2017 behandelt (siehe Seite 20-28).

 

4 Mittags-Imbiss mit vegetarischen und veganen Spezialitäten aus der Region
Berlin-Brandenburg

In seinem Impulsstatement stellte Lothar Binding, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, auf durchaus humoristische, aber zugleich fordernde Weise, vor allem die besondere Rolle des Asset Managements heraus und rief gleichzeitig alle dazu auf, sich des gesunden Menschenverstandes zu bedienen. Schließlich würden wir uns auch keinen Starkstrommast in unsere Wohnzimmer bauen lassen, nur weil uns dies empfohlen wurde. Dieses Beispiel war für alle Teilnehmer/innen unmissverständlich. Er forderte zudem grundsätzlich mehr Transparenz von Ratingagenturen. Diese müssten ihre interne Methodik veröffentlichen. Hier ist anzumerken, dass Nachhaltigkeitsrating-Anbieter wie beispielsweise oekom research ihre Methodik bereits auf ihrer Webseite veröffentlichen.

Podiumsdiskussion: Menschenrechte und Geldanlagen- Wege, Lösungsansätze und Beiträge aus der nachhaltigen Finanzbranche

Nach einer kurzen persönlichen Vorstellungsrunde führte die Moderatorin Isabelle Hägewald durch die abschließende Podiumsdiskussion. Gemeinsam mit Janne Paul Werning von Union Investment, dem Goldsponsor des Marktberichts, diskutierten Constanze Boulanger von der oekom research AG, dem Silbersponsor des Marktberichts, Karin Reiter von der ECOFACT AG sowie Patrick Wirth von GES das Thema „Menschenrechte und Geldanlagen- Wege, Lösungsansätze und Beiträge aus der nachhaltigen Finanzbranche“. Ziemlich rasch wurde deutlich, dass sich die Diskussionsteilnehmer/innen einig waren, dass die Wahrung der Menschenrechte untrennbar mit Nachhaltigen Geldanlagen verwoben sei. Während Patrick Wirth von GES die These vertrat, dass Engagement, also der Dialog mit Unternehmen, am bestens geeignet sei, um Menschenrechte zu fördern, sah Herr Werning von Union Investment eine Kombination aus verschiedenen Strategien als wichtig an. Letztlich, so Werning, gäbe es keine spezielle Strategie für die Berücksichtigung von Menschenrechten. Vielmehr sei die Wahrung von Menschenrechten inhärenter Teil von Nachhaltigen Geldanlagen. Menschenrechtsfragen sollten einen festen Bestandteil des Unternehmensdialoges darstellen. Ausschlusskriterien könnten Menschenrechtsstandards sichern und Kontroversen gleichzeitig reduzieren bzw. sogar vermeiden.

 
5 Podiumsdiskussion: Menschenrechte und Geldanlagen- Wege, Lösungsansätze
und Beiträge aus der nachhaltigen Finanzbranche

Dem stimmten auch die anderen Teilnehmer/innen zu, sodass sie sich gegenseitig ergänzten und in ihren Ansichten bestärkten. Nachhaltige Geldanlagen und Menschenrechte, das fange beim Asset Management an, das nachhaltig operierende Unternehmen herausstellen sollte, gehe weiter über das Engagement der Investoren, die den direkten Dialog suchen müssten und endet bei dem Investment bzw. Divestment, resümierte Patrick Wirth. Es habe einen Weckruf gegeben, sodass sich die Unternehmen diesem Thema nun verstärkt annähmen.
Es gäbe aber noch deutlichen Aufholbedarf zahlreicher Unternehmen, insistierte Constanze Boulanger. Als ein Negativbeispiel wurde etwa der Stromkonzern RWE angeführt, der sich schon im Vorjahr bezüglich des Klimaschutzes negativ hervorgetan habe und nun auch auf dem Gebiet der Menschenrechte versage. Die vier Diskutierenden einigten sich dahingehend, dass es zwar immer noch Unternehmen gäbe, die die Menschenrechte noch nicht ausreichend wahren würden, es aber dennoch immer mehr Unternehmen existierten, auf deren Agenda Menschenrechte und auch die 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedeten Sustainable Developments Goals (SDGs) ganz oben stünden. Janne Paul Werning hob ABN AMRO und ING als sehr positive Beispiele hervor, die bezüglich der umstrittenen Dakota Access Pipeline den Unternehmensdialog gesucht hätten. Union Investment habe schließlich nach längeren Gesprächen den Pipelinebetreiber Energy Transfer bei ihren eigenen Nachhaltigkeitsfonds ausgeschlossen. Karin Reiter fügte hinzu, dass auch regelmäßige ESG- und Risiko-Assessments dabei helfen könnten, kontroverse Titel ausfindig zu machen. Des Weiteren sollten die Portfolios der Klient/innen eingehend gescreent werden. Einerseits, um deren jeweiliges Risikoverhalten nicht zu vernachlässigen und andererseits, um die Unternehmen zu identifizieren, die die ESG-Kriterien nicht einhalten.

Im abschließenden Resümee forderte Volker Weber, Vorstandsvorsitzender des FNG, von allen Akteuren der nachhaltigen Finanzwirtschaft volles Engagement, damit Nachhaltige Geldanlagen eine höhere Verbreitung und Marktdurchdringung erreichen. Dies sei nur durch eine gebündelte Presse-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit möglich, wie sie bereits vom FNG betrieben und weiter ausgebaut werden sollte. Schlussendlich bedankte sich Volker Weber im Namen aller FNG-Mitarbeiter bei den Podiumsteilnehmer/innen sowie bei den Besuchern und beendete den FNG-Dialog 2017, der nach einem Umtrunk ausklang.

Der FNG-Dialog 2017 ist ein klimaneutrales Event:

151127 Climate Neutral Event CMYK 5

Bildergallerie:
FNG Dialog 2017 in Berlin

Studie:  

Zum Weiterlesen:
• Deutschland, Österreich und die Schweiz: Markt nachhaltiger Investments in Deutschland, Österreich und der Schweiz legt erneut deutlich zu
• Deutschland:  Plus von 15 Prozent bei nachhaltigen Investments – Investorendialoge mit Unternehmen zu sozialen, ökologischen und governance-bezogenen Themen werden wichtiger
• Österreich: Überdurchschnittlicher Zuwachs nachhaltiger Investments – Vorsorgekassen sind wichtigster institutioneller Investor
• Schweiz: Nachhaltige Anlagen wachsen überdurchschnittlich – vermehrtes Interesse institutioneller Anleger als Treiber
• Germany, Austria and Switzerland: Sustainable investment market in Germany, Austria and Switzerland makes significant gains yet again
• Switzerland: Dynamic growth in sustainable investments driven by greater interest from institutional investors

Grafiken:
• Alle Grafiken aus dem FNG-Marktbericht 2017 zum Download finden Sie hier.


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