
Nachhaltige Geldanlagen
Für Geldanlagen mit ökologischen, ethischen, sozialen Aspekten gibt es eine Vielzahl von Bezeichnungen: Grünes Geld, Green Money, Social Investment, Ethisches Investment, ethische Geldanlage, sustainable Investments all das findet sich wieder unter der Begrifflichkeit: Nachhaltigkeit
Definition: Nachhaltige Geldanlagen ergänzen die klassischen Kriterien der Rentabilität, Liquidität und Sicherheit um ökologische, soziale und ethische Bewertungspunkte.
Nachhaltige Geldanlagen ist die allgemeine Bezeichnung für nachhaltiges, verantwortliches, ethisches, soziales, ökologisches Investment und alle anderen Anlageprozesse, die in ihre Finanzanalyse den Einfluss von ESG (Umwelt, Soziales und Governance)-Kriterien einbeziehen. Es beinhaltet auch eine explizite schriftlich formulierte Anlagepolitik zur Nutzung von ESG-Kriterien.
Man unterscheidet verschiedene Anlageprozesse:
Negative Anlagekriterien – auch negatives Screening oder Ausschlusskriterien, genannt – ist eine Anlagestrategie, die Branchen, Unternehmen oder auch Staaten aus dem Investmentuniversum ausschließt die bestimmte soziale, ökologische und Governance Kriterien nicht erfüllen, den ethischen Ansprüchen der Geschäftspolitik nicht entsprechen oder gegen internationale Normen und Standards verstoßen, wie sie von OECD, ILO, UN und anderen definiert werden.
|
|
Umwelt |
Soziales |
Governance |
|
Wertbasierte Ausschlusskriterien sind solche die auf die Entscheidung aufgrund der eigenen Werte basiert, dies sind z.B.:
|
Kernenergie Chlor- und Agrochemie Genmanipulation Biozide Kontroverses Umweltverhalten |
Rüstungsgüter Pornographie Alkohol Tabak Glückspiel Tierversuche Ausbeuterische Kinderarbeit |
Systematische Lobbyarbeit gegenüber öffentlichen Institutionen mit dem Ziel CSR-Standards abzusenken Wiederholte/systematische Korruption |
|
Normbasierte Ausschlusskriterien sind Ausschlüsse von Unternehmen und Staaten die gegen internationale Normen und Standards verstoßen, dies sind z.B.:
|
Verstöße gegen Artenschutzabkommen Nichtratifizierung des Kyoto-Protokolls Verstoß gegen Biodiversitätskonvention Nichtratifizierung des Protokolls über biologische Sicherheit Ausschluss der Popx (persistent organic pollutants) lt. –Stockholm-Konvention Verstöße gegen weitere Umweltabkommen |
Verstöße gegen ILO-Konventionen Verstöße gegen Waffensperrverträge Verstöße gegen die Genfer Konvention Verstöße gegen die Menschenrechte Verstöße gegen die demokratischen und politischen Grundrechte (politische Teilhabe, Pressefreiheit etc.) Verstöße gegen weitere internationale Konventionen. |
Verstöße gegen Gesetze (z.B. Umweltrecht, Verbraucherschutzrecht, Bilanzbetrug, Equal Opportunities) Verstöße gegen Kartellrecht (bzw. missbräuchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung) |
Positive Anlagekriterien – auch positives Screening genannt – umfasst die Auswahl von Unternehmen, welche die in der Anlagepolitik festgelegten Anforderungen hinsichtlich bestimmter ökologischer, sozialer Aspekte wie auch Aspekte guter Unternehmensführung (Governance) besonders gut erfüllen.
Positive Anlagekriterien sind z.B.:
1. Grundsätze vorsichtiger Unternehmensführung2. Berichterstattung zu ökologischen Aspekten der Geschäftstätigkeit (z.B. Global Reporting Initiative)
3. Berichterstattung zu sozialen Belangen der Geschäftstätigkeit
4. Veröffentlichung von Vorstandsgehältern
5. Berichterstattung zu CSR-Zielen
6. Leitbild zur verantwortlichen Unternehmensführung
Hierzu gehören auch Themenfonds. Themenfonds beziehen sich auf einen Sektor. Um als nachhaltige Geldanlage betrachtet zu werden, müssen themenspezifische Fonds eine ausdrückliche nachhaltige Motivation nachweisen und dabei ESG-Faktoren in die Ausgestaltung des Fonds einbeziehen. Dies setzt die Existenz bestimmter Mechanismen voraus, etwa die Einbindung von nachhaltiger Expertise in die Auswahl von Aktien, die Anwendung von ESG-Kriterien oder das Management des Produkts durch ein Team, das auf nachhaltige Geldanlagen spezialisiert ist.
Gängige Branchen für Themenfonds sind: Grüne Immobilien, Erneuerbare Energien/Energieeffizienz, Nachhaltige Rohstoffe (Wald, Agrar, Wasser etc.), Mikrofinanzierung, Investitionen in soziale Projekte, Kultur, Bildung.
Best-In-Class:
Best-In-Class ist eine positive Anlagestrategie, nach der die Unternehmen ausgewählt werden, die im Branchenvergleich in ökologischer, sozialer und ethischer Hinsicht die höchsten Standards setzen bzw. besser abschneiden als ihre Mitkonkurrenten innerhalb eines Industriesektors (Branchenleader-Ansatz).
Anlageformen nachhaltiger Geldanlagen:
Im Bereich nachhaltiger Geldanlagen stehen praktisch alle gängigen Finanzprodukte zur Verfügung, wie z.B.: Aktien, Anleihen, Betriebliche Altersvorsorgeprodukte, Beteiligungen, Geschlossene Fonds, Genussscheine, Investmentfonds, Lebensversicherungen, Private Altersvorsorgeprodukte, Rentenpapiere, Sparbriefe, Sparkonten, Festgelder, Zertifikate.


