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FNG - Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.

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Stellungnahme zur Untersuchung der Verbraucherzentrale Bremen:
FNG-Nachhaltigkeitsprofile schaffen Transparenz bei nachhaltigen Investmentfonds – Qualitätssiegel kommt 2015 auf den Markt // 21.08.2014

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) begrüßt die jüngste Publikation der Verbraucherzentrale (VZ) Bremen zu ethisch-ökologischen Investmentfonds. Der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum unterstützt jede Maßnahme, die zur Transparenz nachhaltiger Anlageprodukte beiträgt und Öffentlichkeit für das Thema schafft. Das FNG bietet bereits seit Jahren Transparenz-Instrumente an, die es dem Verbraucher ermöglichen, sich schnell und umfassend über Nachhaltigkeitsfonds zu informieren. Dem aktuell an einigen Stellen in den  Medien entstandenen Eindruck, Anbieter nachhaltiger Fonds würden Verbraucher vorsätzlich täuschen, widerspricht das FNG. 

„Wir bewerten es absolut positiv, dass sich die VZ Bremen aktiv und kritisch mit nachhaltigen Investmentfonds auseinandersetzt“, sagt der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber mit Blick auf die jüngst veröffentlichten Ergebnisse der Untersuchung zu ethischen und ökologischen Kriterien von 46 Investmentfonds. „Mit Sorge betrachten wir dagegen, wenn mit Schlagzeilen in den Medien beim Anleger ein Zynismus befördert wird, der geneigt ist, Nachhaltige Geldanlagen pauschal als Greenwashing abzuwerten.“

Die VZ Bremen hatte am 19. August 2014 die Ergebnisse einer gemeinsam mit der Stiftung Warentest durchgeführten Untersuchung von 46 Investmentfonds vorgestellt, die ökologische, ethische oder soziale Kriterien berücksichtigen. Der Test beinhaltet einen Abgleich der von den Fonds selbst angewandten Kriterien mit einem Kriterienkatalog der VZ Bremen. Nur bei einem Fonds konnten überall Häkchen gesetzt werden.

„In der öffentlichen Wahrnehmung gerät leicht durcheinander, dass der Maßstab zur Bewertung der Fonds der Kriterienkatalog der VZ Bremen ist und es nicht um einen Verstoß der Fonds gegen die eigenen Kriterien geht“, erläutert Weber. „Auf Grundlage der Untersuchung ist es damit unzutreffend und irreführend, wenn die Medien von einer ‚Mogelpackung Nachhaltigkeitsfonds‘ berichten“, unterstreicht der Experte für Nachhaltige Geldanlagen.

Absolute Voraussetzung bei Nachhaltigen Geldanlagen muss Weber zufolge immer ein Höchstmaß an Transparenz sein. Die VZ Bremen sieht diesen Punkt ebenfalls als unerlässlich an und hat mit ihrer jüngsten Untersuchung die mangelnde Informationspolitik der Fonds kritisiert.

„Das FNG setzt sich seit Jahren für Transparenz am nachhaltigen Anlagemarkt ein“, merkt Weber an. „Auch deshalb ist es bedauernswert, dass die VZ Bremen bereits bestehende Instrumente wie das FNG-Nachhaltigkeitsprofil mit detaillierten Informationen zu ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien von derzeit 112 Fonds unerwähnt lässt. Es kann nur im Sinne der Verbraucher sein, sie auf vorhandene Informations-Angebote und Hilfen aufmerksam zu machen, damit sie hieraus für sich einen konkreten Nutzen ziehen können“, resümiert der FNG-Vorstandsvorsitzende.

Das FNG-Nachhaltigkeitsprofil steht ebenso wie der europaweit verwendete Transparenz Kodex für nachhaltige Publikumsfonds zum kostenlosen Download auf der FNG-Website bereit. Daneben entwickelt das FNG derzeit ein Qualitätssiegel für nachhaltige Publikumsfonds, das 2015 auf den Markt kommt.

„Das breit gefächerte Produktangebot im Bereich nachhaltiger Investments kommt durchaus den vielfältigen Nachhaltigkeitsverständnissen der Anleger entgegen“, erklärt FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober. „Dennoch sehen wir die Notwendigkeit, einheitliche Standards zu etablieren, um für mehr Übersichtlichkeit zu sorgen und die Informationskosten für die Anleger zu senken“, ergänzt Tober und fügt hinzu: „Aus diesem Grund haben wir in einem längeren Prozess zusammen mit Stakeholdern Mindestkriterien für Nachhaltige Geldanlagen entwickelt. Sie umfassen Kernkraft, die vier Bereiche des Global Compact der Vereinten Nationen – Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung ­– sowie geächtete und kontroverse Waffen. Nur diejenigen Fonds, die sich an die Mindestkriterien halten, können das Qualitätssiegel bekommen.“

„Das FNG wird auch zukünftig seine Rolle wahrnehmen und sich weiterhin aktiv für die Entwicklung von Transparenz und Qualität im nachhaltigen Anlagemarkt einsetzen“, fasst Tober zusammen. „Hierbei wird es auch darum gehen, den positiven Wirkungen einzelner Anlagestrategien wie Best-in-Class oder Engagement mehr Geltung zu verleihen.“

Nach den Worten der Finanz- und Nachhaltigkeitsexpertin kann es beispielsweise sehr sinnvoll sein, in ein Unternehmen zu investieren, wenn im Rahmen von Engagement-Prozessen durch Investoren Fälle von Kinderarbeit in dessen Zulieferkette unterbunden werden können. Tober: „Für Prozesse dieser Art Verständnis in der Öffentlichkeit zu schaffen, ist eine große Herausforderung, der wir uns als FNG gerne stellen.“

Weitere Informationen:
Zum Transparenz Kodex für nachhaltige Publikumsfonds: http://www.forum-ng.org/de/transparenz/transparenzlogo.html
Zum FNG-Nachhaltigkeitsprofil: http://www.forum-ng.org/de/fng-nachhaltigkeitsprofil/projekt.html


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