Members Login

Login to your account

Username *
Password *
Remember Me

FNG - Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Rückblick CRed-Dialog: Klimaberichterstattung als Instrument zur CO2-Reduktion // 29.08.2019

Am 21. August 2019 suchten wir das Gespräch mit verschiedenen Stakeholdern aus der Finanzwelt, um Einblicke in das CRed-Projekt (Climate Reporting as Instrument for CO2 Reduction) zu geben, Zwischenergebnisse zu präsentieren und die Zielgruppe selbst zu Wort kommen zu lassen.

Auch wenn das Thema „Klima“ mit der Veröffentlichung der CSR-Richtlinie aus 2014 noch nicht sehr hoch auf der Agenda stand, gewinnt die nicht-finanzielle Unternehmensberichterstattung eine zunehmende Relevanz, nicht zuletzt durch das Pariser Klimaschutzabkommen oder den EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums. Die EU-Kommission setzte es sich zum Ziel, den Einbezug von klimabezogenen Themen in der unternehmerischen Berichterstattung zu fördern. Dazu bezieht sie sich in einer der zehn Maßnahmen explizit auf die TCFD-Empfehlungen. Vom Finanzstabilitätsrat gegründet, sorgt die TCFD für einen einheitlichen Rahmen der Berichterstattung über klimabezogene Risiken, die Unternehmen nutzen können. Um herauszufinden, ob verpflichtende oder freiwillige Klimaberichterstattung zu einer tatsächlichen Reduktion von unternehmerischen CO2-Emissionen führt, arbeitet das Projektkonsortium (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Forum Nachhaltige Geldanlagen, Universität Kassel, Universität Hamburg, WWF Deutschland und Radboud University) in verschiedenen Arbeitspaketen mit quantitativen und qualitativen Methoden.

Im ersten Arbeitspaket wurde mit Hilfe von ökonometrischen Analysen zunächst der statistische Zusammenhang zwischen verpflichtender Klimaberichterstattung und der Reduktion von unternehmerischen Treibhausgasemissionen untersucht. Zudem wurden in einem zweiten Arbeitspaket Experteninterviews mit Investoren und Unternehmensvertretern geführt, um herauszufinden, wie Klimadaten beschafft, bewertet und in Investment- oder Managemententscheidungen genutzt werden. Ziel ist es den Beitrag von Klimaberichterstattung zur CO2-Reduktion zu untersuchen. Am 21. August 2019 lud das CRed-Projektkonsortium zum Stakeholder-Dialog in Frankfurt ein, sodass in einem Dialog Erfahrungen, Ideen und Wünsche mit uns geteilt werden konnten, um Impulse für die Weiterentwicklung der extra-finanziellen, klimabezogenen Berichterstattung zu setzen und eine CO2-neutrale Wirtschaft zu fördern.

IMG 2071


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ging gänzlich um die Forschungsfrage: Hat eine verpflichtende Klimaberichterstattung einen Einfluss auf die CO2-Emissionen der berichtenden Unternehmen? Die im Hinblick auf diese Frage genutzten Methoden und Daten wurden von Tobias Bauckloh (Universität Kassel) und Thomas Pioch (Universität Hamburg) erläutert. Auch wenn eine umwelt- und klimapolitische Relevanz klar gegeben ist, zeigte sich, dass bisher keine hinreichenden wissenschaftlichen Untersuchungen existieren.
Anschließend verwies Annabell Conzelmann (Heinrich-Heine-Universität) auf die Zwischenergebnisse der Tiefeninterviews. Eine erste Tendenz in der Befragung über Regulierungen, Materialität und Datenformate wurde vorgestellt und diskutiert. Die Interviews haben das Ziel, unbekannte Phänomene zu explorieren, die in der Entwicklung neuer Theorien helfen können.
Bei einem Gespräch rund um das Thema Klimadaten, -formate und ihrer Bewertung darf auch eine Expertenmeinung nicht fehlen: Viola Lutz (Vizepräsidentin, ISS ESG) konnte aus erster Hand erzählen, wie Ratingagenturen Klimainformationen im täglichen Geschäft nutzen. Die Keynote „Bewertung von unternehmerischen Klimadaten. Daten, Analysen, Einblicke.“ ließ keine Frage unbeantwortet.

Nach einem Mittagsimbiss gab es die Möglichkeit, die Inputs aus den vorherigen Vorträgen in verschiedenen World-Cafés zu diskutieren. Organisiert in drei Gruppen (1) Klimadatenverfügbarkeit und Qualität (2) Nutzung der Klimainformationen im Investmentprozess und (3) Regulierungen heute und morgen, wurden die Erfahrungen, Erwartungen und Barrieren beleuchtet. Die Ergebnisse der Dialoge fließen in die weitere Entwicklung des Projektes ein. Bezüglich der Klimainformationennutzung zeigte sich, dass die aktuelle Nutzung von Klimadaten durchweg noch sehr unterschiedlich ist. Gründe hierfür seien teils fehlende Erfahrungen oder Fachexpertise sowie eine noch zu geringe Nachfrage seitens der Kunden. Zudem wurde betont, dass die Quantifizierung des Klimarisikos noch nicht ausreichend ausgereift sei. Die Diskussionsrunde über Regulierungen drehte sich verstärkt um die zu erwartende Taxonomie des EU-Aktionsplans Finanzierung nachhaltigen Wachstums. So herrscht noch eine Grundskepsis über die konkrete Anwendung und Ausgestaltung der kommenden Klassifizierung. Genaueres wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. In Bezug auf die Datenverfügbarkeit und -qualität hingegen, kommen Fragen bezüglich der Vergleichbarkeit zwischen Datenformaten und der Validität der Datenquellen auf. In Hinblick auf bisherigen Erfahrungen mit verschiedenen Formaten und Anbietern wurde die Erwartung nach mehr Anwendbarkeit auf kleine und mittelgroße Unternehmen und eine effiziente und standardisierte Berichterstattung geäußert.

Georg Schürmann (Triodos Bank) stellte in seinem Vortrag „Messung der Klimawirkung von Krediten und Investments“ ein konkretes Anwendungsbeispiel vor: Mit der PCAF-Methodik, einer Open-Source-Anwendung, kann die Messung des CO2-Fußabdruckes von Investitionen erfolgen. In dem Vortrag wurde die Methode erläutert und auf die Möglichkeiten und Chancen eingegangen. Anschließend konnte Matthias Kopp (WWF), auch als Mitglied des Sustainable Finance Beirats der Bundesregierung, aus erster Hand über die regulatorischen Debatten und Entwicklungen auf nationaler und EU-Ebene erzählen. Den Abschluss der Veranstaltung machte Beate Hollweg (Umweltbundeamt) und ging auch auf die aktuelle Debatte der CO2-Bepreisung ein: Ein Preis auf die Kohlestoffemissionen führt nämlich über eine Preiserhöhung von klimaschädlichen Aktivitäten zu einem Umdenken von Konsumenten und Unternehmen. Sofern der Preis adäquat gesetzt wird, können unternehmerische Emissionen in der breite gesenkt werden. Wir erlebten einen anregenden Tag mit vielen lebhaften Diskussionen und Fragen rund um die Vorträge, sowie den drei World-Cafes. Weitere Informationen finden Sie immer https://www.climate-reporting.hhu.de/


FNG-Siegel

FNG Nachhaltigkeitssiegel DE 2019 ohneStern

News

Die Positionen der österreichischen Parteien zu Nachhaltigen Geldanlagen und einem nachhaltigen Finanzmarkt // 20.09.2019 Vor der österreichischen...
Stellungnahme: Nachhaltigkeit mit Breitenwirkung umfassend vorantreiben // 02.09.2019 Das FNG hat gemeinsam mit CRIC, ÖGUT und Ökofinanz21 eine...
Newsletter #95
21 August 2019
Newsletter #95 //21.08.2019 Der August-Newsletter des FNG ist draußen. Unser Vorstandsvorsitzender Volker Weber zieht in seinem Vorwort ein Resuumée zur...

Marktbericht

Coverbild

Newsletter