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FNG - Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.

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Impressionen vom FNG-Dialog 2018: Verantwortliches Investieren – das Mainstreaming der nachhaltigen Anlagestrategien am 5. Juni 2018 in Berlin // 07.06.2018

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Hier finden Sie erste Eindrücke zum FNG-Dialog 2018 in Berlin und vom FNG-Pressefrühstück in Wien.

Der Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2018 - Deutschland, Österreich und die Schweiz

Nachhaltige Geldanlagen - Noch immer eine Nische oder auf dem Weg in den Mainstream?

Auf dem FNG-Dialog wurde am 5. Juni in der Berliner Kalkscheune der dreizehnte FNG Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen veröffentlicht. Mit dem aktuellen Marktbericht stellte das FNG seine Methodik um und unterschied erstmals systematisch zwischen Nachhaltigen Geldanlagen und verantwortlichem Investieren. Damit wurden einer stärkeren Ausdifferenzierung und Weiterentwicklung des Marktes hin zur Anwendung nachhaltiger Anlagestrategien auf das gesamte Vermögen Rechnung getragen sowie aktuelle regulatorische Entwicklungen wie die Neujustierung treuhänderischer Pflichten und relevante EU-Gesetzesvorhaben berücksichtigt. Auch die Veranstaltung unter dem Titel „Verantwortliches Investieren – das Mainstreaming der nachhaltigen Anlagestrategien“ griff diese Thematik und den Trend des sich wandelnden Marktes auf. Über 130 Besucher aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft nahmen am FNG-Dialog teil.

Volker Weber begrüßte die Teilnehmenden und stellte die weitere Geschäftsführerin Angela McClellan vor, die seit Anfang Juni die FNG-Geschäftsstelle verstärkt. Volker Weber resümierte, dass sich die Branche seit den Anfängen des FNGs fortentwickelt hat und bereits einige Punkte des 2008 vom FNG veröffentlichten 10-Punkte Positionspapiers in die Tat umgesetzt wurden. Dies zeigt auch, dass das Thema Nachhaltigkeit im Finanzbereich eine zunehmend wichtige Rolle spielt.

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1 Volker Weber, FNG-Vorstandsvorsitzender, stellt Angela McClellan als weitere FNG-Geschäftsführerin vor


Im Anschluss wurden die aktuellen Zahlen zu den nachhaltigen Anlagemärkten von Claudia Tober vorgestellt. Auch in diesem Jahr konnten die Nachhaltigen Geldanlagen ihr stetiges Wachstum fortsetzen. Der deutsche nachhaltige Anlagemarkt betrug zum 31.12.2017 171,0 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Wachstum von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Setzt man dieses Marktvolumen jedoch ins Verhältnis zum gesamtdeutschen Investmentfondsmarkt, so ist der Anteil Nachhaltiger Geldanlagen mit 3,0 Prozent noch verschwindend gering. Das durch die Umstellung der Methodik erstmals systematisch erfasste verantwortliche Investieren hingegen, verzeichnete zum 31.12.2017 ein Gesamtvolumen von 1,4 Billionen Euro. Der Unterschied der beiden Kategorien lässt sich an der jeweiligen Verankerung von Nachhaltigkeit fest machen. Während bei den Nachhaltigen Geldanlagen die ESG-Kriterien auf Produktebene festgelegt sind, werden sie beim verantwortlichen investieren auf Institutionsebene festgelegt. Die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in institutionellen Anlagestrategien ist ein weithin beobachteter Trend.

Diese Entwicklungen werfen die Fragen auf, ob nachhaltige Investments nun tatsächlich im Mainstream angekommen sind oder doch noch eher der Nische zuzuschreiben sind?

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2 Claudia Tober, FNG-Geschäftsführerin stellt die Marktzahlen vor

Keynotespeaker Alfred Strigl von der plenum gesellschaft für ganzheitlich nachhaltige entwicklung verdeutlichte ebenso anschaulich wie unterhaltsam, dass ein Umdenken der Finanzbranche dringend notwendig sei, wollen wir den globalen Herausforderungen der heutigen Zeit wirklich etwas entgegensetzen. Geld sei jedoch noch oftmals ein Tabuthema und vor allem der monetäre Analphabetismus weiter Teile der Gesellschaft stünden einer wirklichen Verbreitung Nachhaltiger Geldanlagen im Wege. Überträgt man die Marktentwicklung Nachhaltiger Geldanlagen auf die fünf Phasen eines Product Life Cycles, müsste man Nachhaltige Investitionen zwischen der ersten und der zweiten Phase, also zwischen den Innovatoren und den Early Adopters ansiedeln. Um den Sprung von der Nische zur Produktreife zu schaffen, bedarf es in erster Linien einer allgemeinen Finanzalphabetisierung und speziell einer Bewusstseinsbildung für Nachhaltige Geldanlagen, sowohl auf privater als auch institutioneller Seite. Ohne eine breitenwirksame Kommunikation besteht außerdem die Gefahr, an eine gläserne Decke zu stoßen und immer eine Nische neben dem konventionellen Finanzgeschäft zu bleiben.

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3 Keynote: Alfred Strigl, plenum gesellschaft für ganzheitliche entwicklung mbH

Nach der Mittagspause gab GNG-Geschäftsführer Roland Kölsch einen Ein- und Ausblick zum FNG-Siegel. Obwohl das FNG-Siegel erst vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde, hat es sich in dieser Zeit zum bekanntesten Siegel für nachhaltige Finanzprodukte im deutschsprachigen Raum entwickelt. Die zunehmende mediale Resonanz unterstreiche diesen Prozess. Mit der Hamburger Uni als neuem Auditor und der Neubesetzung des Komitees sei das Siegel auch für die Zukunft gerüstet. Zumal der EU-Aktionsplan, welcher selbst Standards und Zertifizierungen für nachhaltige Anlageprodukte vorsieht, enormen Rückenwind für das FNG-Siegel bietet.

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4 GNG-Geschäftsführer Roland Kölsch zum FNG-Siegel

Ministerialdirektor Dietmar Horn des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zitierte in seinem politischen Statement Victor Hugo: „Nichts auf der Welt ist so kraftvoll wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Noch vor einigen Jahren hätte man in den klassischen Finanzzeitungen nichts über nachhaltige Investitionen lesen können, heute kommt man um dieses Thema nicht mehr drum herum. Dennoch ist Deutschland kein Vorreiter in Bezug auf Nachhaltige Geldanlagen. Andere Länder in Europa wie beispielsweise Frankreich oder die Niederlande seien längst an Deutschland vorbeigezogen. Die Richtung stimme jedoch und sie ist ermutigend. Der Staat könne und solle eine politische Flankierung liefern. Hierbei verwies Herr Horn auf das Pariser Klimaabkommen und die globalen Nachhaltigkeitsziele, die klare Rahmenbedingungen für die Wirtschaft liefern würden.

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5 Politisches Statement: Ministerialdirektor Dietmar Horn des BMU

Anschließend gab Professor Christian Klein von der Universität Kassel eine persönliche Einschätzung und Einordnung aktueller Branchenentwicklungen. Seiner Meinung nach gibt es zwei grundlegende Probleme, die eine schnellere und flächendeckendere Verbreitung nachhaltiger Investments hemmen. Zum einen ein Kommunikations- und zum anderen ein Glaubwürdigkeitsproblem. Dies spiegelt sich vor allem im sogenannten attitude-behaviour-gap privater Investoren wieder. Zwar geben 60 Prozent der Privatanleger an ihr Geld nachhaltig anlegen zu wollen, der Anteil privater Investoren auf dem nachhaltigen Anlagemarkt bewegt sich Deutschland jedoch im niedrigen einstelligen Bereich, vor allem da die Mehrheit der Deutschen ihr Geld in klassische Sparbücher anlegt. Deshalb begrüßt Herr Professor Klein den EU-Aktionsplan und u.a. die Integration von ESG-Fragen in den Beratungsprozess. Den ambitionierten Zeitplan für eine rasche Umsetzung der Vorhaben bewertet er positiv, auch wenn dadurch Fehler entstehen könnten.

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6 Statement: Prof. Klein von der Universität Kassel

Podiumsdikussion - Beitrag der Finanzwirtschaft zur Lösung globaler Herausforderungen: Wirkung des Mainstreaming Nachhaltiger Geldanlagen
Die darauffolgende Podiumsdiskussion wurde von Susann Bergius, der Herausgeberin des Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments moderiert und thematisierte die Wirkung des Mainstreaming Nachhaltiger Geldanlagen. Zu den Panellisten gehörten Dr. Julia Backmann vom BVI, Prof. Christian Klein von der Universität Kassel, Matthias Stapelfeldt von der Union Investment, Dr. Michael Leinwand von der Zurich Versicherung und Dr. Helge Wulsdorf von der Bank für Kirche und Caritas. Insgesamt war man sich einig, dass die bisherigen Initiativen die Branche wachgerüttelt haben und durch sie angestoßene Diskussionen rund um das Thema nachhaltige Investitionen immer mehr Akteure einbinden. Im Mainstream angekommen sind die Nachhaltigen Geldanlagen nach Einschätzung von Dr. Wulsdorf jedoch nicht. Finanzmärkte verhalten sich vielmehr reaktiv, weshalb Druck von außen notwendig sei. Der EU-Aktionsplan setze hier richtige Anreize, so Herr Dr. Leinwand. Ein Problem besteht für Asset Manager aktuell darin Nachhaltigkeitsrisiken einzupreisen, da Vorgaben wie beispielsweise ein CO2-Preis aber auch verlässliche Aussagen von der Politik fehlen. Frau Dr. Backmann unterstrich die Wichtigkeit der europaweiten Taxonomie. Uneinigkeit herrschte über den Punkt der Integration von ESG in den Beratungsprozess. Während Frau Dr. Backmann die Meinung vertrat, dass man den Beratern auch haftungstechnisch eine große Verantwortung aufbürdet, da sie ohne eine Taxonomie zusammen mit dem Kunden eruieren müssen, was Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet. Darin sieht der BVI die Gefahr sowohl Berater als auch Kunden mit dem Thema Nachhaltige Geldanlagen zu überfordern. Etliche Gegenstimmen, auch aus dem Publikum, sahen insbesondere in der Haftungsfrage nicht das Hauptproblem. Nachhaltigkeit würde jeder für sich definieren, darauf müsse im Beratungsgespräch eingegangen werden, um die richtigen Produkte zu finden. Weiter führte Herr Dr. Leinwand aus, dass es auch in der Ausbildung noch an ESG-Inhalten mangelt. Herr Stapelfeldt verwies in diesem Zusammenhang auf die Anlagegewohnheiten der Deutschen, die vorrangig in Sparbücher investierten. Hier bedürfe es einer positiven Kommunikation dem Kunden auch andere Produkte nahe zu legen, die trotzdem zu seiner Risikopräferenz passen. In der weiteren Diskussion wurde eine interessante Gesetzesinitiative aus Australien vorgestellt, die die Finanzdienstleister verpflichtet den Kunden zu fragen, ob er mit seiner Geldanlage bestimmte nicht-nachhaltige Produkte und Sektoren bspw. Streumunition unterstützen wolle. Da eine Mehrheit der Befragten mit nein antwortet, erreichte man in Australien hiermit binnen kürzester Zeit ein Mainstreaming Nachhaltiger Geldanlagen.

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7 Podiumsdiskussion: Beitrag der Finanzwirtschaft zur Lösung globaler Herausforderungen: Wirkung des Mainstreaming Nachhaltiger Geldanlagen

Keynote:
- Keynote Alfred Strigl

Studie:
- Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2018 - Deutschland, Österreich und die Schweiz

Grafiken:
- Alle Grafiiken aus dem Marktbericht 2018 zum Download finden Sie hier.

 
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