Pressemitteilung zum FNG-Marktbericht 2026: Voice und Vote - Wie nachhaltige Investor:innen durch Dialog Einfluss auf Portfoliounternehmen nehmen

Berlin/Wien, 12. August 2026. Die nachhaltige Finanzbranche in Deutschland und Österreich setzt auf aktiven Einfluss durch Dialog und Stimmrechtsausübung bei ihren Portfoliounternehmen. Der neue FNG-Marktbericht 2026 liefert hierzu detailliert Einblicke in die aktuellen Ansätze und Prioritäten von Investor:innen, die soziale und ökologische Verbesserungen in ihren investierten Unternehmen aktiv vorantreiben.

Dialog vor Divestment

Investor:innen, die ihre Geldanlagen nachhaltig gestalten wollen, können neben einer bewussten Portfolioauswahl auch aktiv positiven Einfluss auf die sozialen und umweltbezogenen Auswirkungen von Unternehmen nehmen. Dies kann auf zwei Arten geschehen: 1) über den aktiven und langfristigen Austausch mit einem Zielunternehmen („Engagement“) und 2) durch die Ausübung von Stimm- und anderen Rechten auf Hauptversammlungen („Stimmrechtsausübung“).

Demnach zeigt der aktuelle FNG-Marktbericht 2026, dass 80% der nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland und 57% in Österreich gezielt mit ihren Portfoliounternehmen zu Nachhaltigkeitsthemen im Austausch waren. Knapp die Hälfte aller Befragten verfolgt klar definierte Ziele, die sich häufig an internationalen Standards wie dem Pariser Klimaabkommen oder der Net Zero Asset Managers Initiative (NZAM) orientieren. Zu den wichtigsten Engagement-Themen zählen Umweltkontroversen/ Umweltzerstörung, Beschäftigungsbedingungen sowie Menschenrechte. Weitere wichtige Handlungsfelder sind Umweltauswirkungen von Produkten/Dienstleistungen und Unternehmensführung.

Verena Menne, Geschäftsführerin des FNG, kommentiert: „Die nachhaltige Transformation von Unternehmen zählt zu den bedeutendsten Aufgaben unserer Zeit. Durch einen kontinuierlichen Dialog mit den Unternehmen können Investor:innen Veränderung anstoßen und vorantreiben. Der aktuelle FNG-Marktbericht zeigt: Engagement ist für viele nachhaltige Investor:innen längst ein wichtiges Instrument.“

Kollektive Initiativen bevorzugt

Zusammenarbeit spielt beim Engagement eine wesentliche Rolle. 66% der Befragten entschieden sich für die Teilnahme an kollaborativen Engagement-Initiativen wie Shareholders for Change oder CDP. Einige Firmen berichten darüber hinaus von Zusammenarbeit mit externen Dienstleister:innen oder von der Vertretung ihrer Rechte durch Proxy-Voting. Um die Entwicklungen systematisch zu begleiten, nutzen Investor:innen selbstentwickelte Tools, CO₂-Budgetierung, ESG-Bewertungen und SDG-Beiträge.

Über den FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026

Der FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen analysiert jährlich die aktuellen Trends nachhaltigkeitsbezogener Investitionen in Deutschland und Österreich. An der Befragung haben 77 Finanzinstitute teilgenommen. Die Daten zum Stichtag 31.12.2025 wurden im ersten Quartal 2026 erhoben. Teilnehmende der Studie waren sowohl Asset Manager und Banken als auch Asset Owner wie Stiftungen, Versicherungen, Pensionskassen und öffentliche Einrichtungen.

Der FNG-Marktbericht ist mit der Unterstützung von engagierten Verbandsmitgliedern erstellt worden. Wir danken dafür unseren Sponsoren und Unterstützern: Bank im Bistum Essen, Ethifinance, Erste Asset Management, GLS Bank, Invest in Visions, Kepler-Fonds Kapitalanlagegesellschaft, Oikocredit, ÖKOWORLD, Ralf Lemster Financial Translations.

 

Studie

Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 – Deutschland und Österreich

Presseunterlagen

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