Frankfurt, 17. Juni 2026. Der heute veröffentlichte FNG-Marktbericht 2026 zeigt, dass sich die nachhaltige Finanzbranche gegen den aktuellen politischen Gegenwind behauptet und ambitioniert bleibt. Aus der Erhebung geht hervor, dass das Angebot an ESG-Produkten 2025 ausgebaut wurde und die Mehrheit der Befragten das Ambitionsniveau der Nachhaltigkeitsrichtlinien nicht verändert hat. Knapp 40 Prozent derjenigen, die Anpassungen vorgenommen haben, haben Ihr Ambitionsniveau erhöht. Rund die Hälfte der befragten Anbieter erwarten zudem, dass die Überarbeitung der EU-Offenlegungsverordnung neue Fortschritte bringt. Dieser optimistische Ausblick in die Zukunft spiegelt sich dementsprechend auch in den Prognosen wider: Ein Drittel der Befragten rechnet mit einem Wachstum nachhaltiger Geldanlagen für 2026.
Kein Rückschritt bei Angebot und Ambition von ESG-Produkten
Während Nachhaltigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung aus dem Fokus gerückt ist, beschäftigen sich Investmentmanager, Asset Owner und Banken weiterhin mit der Integration von Nachhaltigkeit in ihre Anlagestrategien. Das zeigt die Erhebung des diesjährigen FNG-Marktbericht 2026. 29% der Befragten berichteten, ihr ESG-Produktangebot ergänzt zu haben, lediglich 1% reduzierte seine Produktpalette. Die verbleibenden 70% nahmen keine Änderung vor. Zudem plant keiner der Befragten einen Rückbau des Angebots, 16% beabsichtigen sogar eine Erweiterung. Dies zeigt sich auch in Bezug auf die Ambition ihrer Nachhaltigkeitsrichtlinien. Die Mehrheit der Befragten behielt das Niveau bei. Knapp 40 Prozent derjenigen, die Anpassungen vorgenommen haben, haben Ihr Ambitionsniveau erhöht, 13% haben es verringert.
Dies zeigt sich auch bei der Frage um Rüstungsinvestitionen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte eine Debatte entfacht, ob Rüstungsinvestitionen mit Nachhaltigkeit kompatibel sein können. Wie auch schon im letzten Jahr schließt der Großteil der erfassten Assets Investitionen in sämtliche Rüstungsgüter aus (62%). Nahezu kein Anbieter investiert in Streubomben und Anti-Personen-Minen (97%), dicht gefolgt von ABC-Waffen (91%).
Marian Klemm, Vorstandsvorsitzender des FNG, resümiert: «Die Ergebnisse des FNG-Marktbericht 2026 zeigen, dass die nachhaltige Finanzbranche resilient gegen den aktuellen politischen Gegenwind ist. Nachhaltige Anbieter bleiben ihren Prinzipien treu und schwächen ihre Nachhaltigkeitskriterien nicht ab. Genau diese Widerstandsfähigkeit schafft die Grundlage für die langfristige Etablierung nachhaltiger Geldanlagen.»
Anbieter erhoffen sich Besserung durch Überarbeitung der EU-Offenlegungsverordnung
Die derzeit bestehende EU-Regulatorik wurde von den Befragten auch dieses Jahr wieder als großes Hemmnis für die Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen eingeschätzt. Besserung verspricht die von der EU-Kommission geplante Überarbeitung der EU-Offenlegungsverordnung (engl. Sustainable Finance Disclosure Regulation – SFDR). Knapp die Hälfte der Befragten rechnet mit positiven Impulsen. Dabei wird vor allem Klarheit durch die möglichen neuen Produktkategorien „ESG-Grundlagen“, „Nachhaltigkeit“ und „Übergang“ und eine Vereinfachung der Berichterstattung erwartet. Daher sind die Befragten auch verhalten optimistisch. Trotz der vielen Herausforderungen rechnet ein Drittel mit einem Wachstum nachhaltiger Geldanlagen von bis zu 10% in den nächsten Jahren.
„Die positiven Erwartungen an die SFDR-Reform sind ein wichtiges Zeichen. Sie zeigen, dass der Markt die geplante Neuausrichtung grundsätzlich unterstützt. Die EU hat damit einen entscheidenden Hebel in der Hand, um nachhaltigen Geldanlagen neue Impulse zu geben.“ kommentiert Verena Menne, Geschäftsführerin des FNG.
Über den FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026
Der FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen analysiert jährlich die aktuellen Trends nachhaltigkeitsbezogener Investitionen in Deutschland und Österreich. An der Befragung haben 77 Finanzinstitute teilgenommen. Die Daten zum Stichtag 31.12.2025 wurden im ersten Quartal 2026 erhoben. Teilnehmende der Studie waren sowohl Asset Manager und Banken als auch Asset Owner wie Stiftungen, Versicherungen, Pensionskassen und öffentliche Einrichtungen.
Der FNG-Marktbericht ist mit der Unterstützung von engagierten Verbandsmitgliedern erstellt worden. Wir danken dafür unseren Sponsoren und Unterstützern: Bank im Bistum Essen, Ethifinance, Erste Asset Management, GLS Bank, Invest in Visions, Kepler-Fonds Kapitalanlagegesellschaft, Oikocredit, ÖKOWORLD, Ralf Lemster Financial Translations.
Studie
Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026 – Deutschland und Österreich
Presseunterlagen
Porträtfoto Marian Klemm und Verena Menne.
Ausgewählte Grafiken zum FNG-Marktbericht 2026 finden Sie hier.
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